Schutztechnik · Stand 6. September 2026
Moderne Häuser enthalten immer mehr empfindliche Leistungselektronik: Wechselrichter, Batteriespeicher, Wallbox, Wärmepumpe, Netzwerk- und Steuerungstechnik. Ein sinnvoll abgestimmter Überspannungsschutz schützt deshalb nicht nur einzelne Geräte, sondern die gesamte elektrische Anlage.
Wo entstehen Überspannungen?
Überspannungen können durch Blitzeinwirkungen, aber auch durch Schaltvorgänge im Stromnetz oder in größeren elektrischen Anlagen entstehen. Sie dauern oft nur sehr kurz, können elektronische Geräte aber trotzdem beschädigen.
Was fordern die Regeln?
DIN VDE 0100-443 und DIN VDE 0100-534 regeln Auswahl und Einsatz von Überspannungs-Schutzeinrichtungen. Der VDE weist darauf hin, dass Überspannungsschutz heute in praktisch allen neuen Gebäuden beziehungsweise neu errichteten Anlagen berücksichtigt werden muss.
Typ 1, Typ 2 und Typ 3 – was bedeutet das?
- Typ 1: für hohe Blitzteilströme, wenn das Schutzkonzept dies erfordert
- Typ 2: typischer Schutz gegen Überspannungen in der festen Installation
- Typ 3: zusätzlicher Feinschutz nahe besonders empfindlicher Endgeräte
Welche Kombination benötigt wird, hängt unter anderem von Gebäudesituation, äußerem Blitzschutz, Netzversorgung, Leitungslängen und vorhandenen Schutzgeräten ab.
Was ist bei Photovoltaik anders?
PV-Anlagen besitzen zusätzlich eine Gleichspannungsseite. Je nach Leitungsführung und Anlagenaufbau sind dort passende DC-Überspannungsschutzeinrichtungen erforderlich. Dabei müssen Wechselrichter, Generatorleitungen, Potentialausgleich und vorhandener äußerer Blitzschutz gemeinsam betrachtet werden.
Und bei Wallbox, Wärmepumpe und Netzwerk?
Eine Überspannung kann nicht nur über die 230/400-Volt-Versorgung kommen. Auch Kommunikations-, Daten- und Steuerleitungen können einen Weg in Geräte bilden. Gerade bei vernetzten Energieanlagen sollte deshalb geprüft werden, ob auch diese Schnittstellen in das Schutzkonzept gehören.
Wann sollte eine Bestandsanlage geprüft werden?
- bei Nachrüstung von PV oder Batteriespeicher
- bei neuer Wallbox oder Wärmepumpe
- bei Umbau des Zählerschranks
- bei vorhandenem äußerem Blitzschutz
- bei wiederkehrenden Defekten empfindlicher Elektronik
SGS prüft dabei nicht nur, ob „ein Ableiter vorhanden“ ist, sondern ob die Schutzgeräte elektrisch zueinander und zur realen Anlage passen.


